Eigenes Buch veröffentlichen: Wie sieht für uns ein gutes Exposé für Verlage aus
- Molino Redakteur
- 14. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

In eigener Sache heute mal: Wenn Sie ein eigenes Buch im Verlag veröffentlichen möchten, im besten Fall bei Molino, dann hilft Ihnen und uns dieser Text. Wir erhalten regelmäßig ein vollständiges Manuskript, aber kaum weitere Informationen, die wir benötigen.
Für Autorinnen und Autoren ist das nachvollziehbar: Wer auf Verlagssuche ist, möchte vor allem zeigen, dass der Text funktioniert. Für uns reicht das jedoch selten aus. Eein Verlag bewertet nicht nur Stil und Handlung, sondern auch Positionierung, Zielgruppe, Marktkontext und die Frage, ob ein Projekt in das eigene Verlagsprogramm passt. Wir haben deswegen unsere Gedanken für Autoren auf Verlagssuche mal hier zusammengefasst. Das sind aber bitte nur Tipps, die in erster Linie für uns gelten, aber natürlich auch überhaupt bei der Such nach einem Verlag helfen könne.
Das Exposé für den Verlag: Mehr als eine Inhaltsangabe
Zuerst bitte: Sie müssen uns nichts verkaufen … im engeren Sinn. Ein Exposé für den Verlag ist kein Werbetext, sondern ein Arbeitsdokument, das für uns die Dramaturgie, den Kernkonflikt und die Besonderheit des Projekts nachvollziehbar macht. Wenn Sie ein Exposé schreiben (es muss nicht immer Molino sein 😉), helfen Sie damit dem Lektorat, Ihren Text fachlich einzuordnen: Ist die Anlage tragfähig? Ist der Spannungsbogen über die Länge stimmig? Werden Erwartungen erfüllt oder bewusst gebrochen? Und vor allem: Was genau ist das Versprechen an die Leserschaft?
In der Praxis sehen wir häufig zwei Extreme. Entweder ist das Exposé zu knapp („Es geht um …“) und bleibt auf Klappentext-Niveau, oder es wird zu ausufernd und verliert die Struktur. Sinnvoll ist eine klare, sachliche Zusammenfassung, die den Plot bzw. die Argumentationslinie konsequent abbildet. Bei Belletristik bedeutet das: inklusive Ende. Bei Sachbuch bedeutet das: inklusive These, Aufbau und Erkenntnisgewinn pro Kapitel. Wer nach Beispielen sucht, merkt schnell, dass es unzählige Varianten gibt, aber entscheidend ist weniger die „eine“ Form als die inhaltliche Belastbarkeit: Wir müssen erkennen können, wie Ihr Stoff trägt, wohin er führt und warum er gerade jetzt relevant ist.
Was uns neben dem Manuskript hilft, Ihr Buchprojekt einzuordnen
Ein Manuskript-Exposé beantwortet die Frage, was in Ihrem Buch passiert. Für unsere Programmentscheidung müssen wir zusätzlich verstehen, für wen es gedacht ist, wie es sich positioniert und welche Erwartungen es erfüllt. Das beginnt mit einer klaren Zielgruppe: nicht alle, sondern konkret. Wer liest das? In welchem Alter, mit welchen Lesegewohnheiten, mit welchem Anlass? Ein Liebesroman, der gleichzeitig Gesellschaftsroman sein will, kann funktionieren, muss aber nicht. Im Sachbuch gilt dasselbe: Ein Titel kann populärwissenschaftlich sein oder praxisorientiert, essayistisch oder ratgebernah. Ordnen Sie uns diese Informationen bitte ein.
Sehr hilfreich sind außerdem vergleichbare Titel. Nicht als „So wie Bestseller X“, sondern als realistische Referenz. Zwei bis vier Bücher, die Zielgruppe, Ton oder Thema sinnvoll spiegeln, plus ein Satz, worin die Ähnlichkeit liegt und worin Ihr Projekt sich unterscheidet. Damit liefern Sie uns eine erste Marktkarte, ohne dass Sie Marketing machen müssen. Das ist ganz wichtig: Wir können nur dann seriös prüfen, wenn wir erkennen, in welches Regal Ihr Projekt gehört.
Sie als Autor stehen im Zentrum
Ebenso wichtig sind Sie als Autor. Deswegen brauchen wir Informationen: Nicht als Roman, sondern als kurze, relevante Einordnung: Warum sind Sie die richtige Person für dieses Thema oder diese Geschichte? Welche Expertise, welches Umfeld, welche Recherche steckt dahinter? Beim Sachbuch ist das zentral. Bei Belletristik kann es ebenfalls entscheidend sein, etwa wenn ein Milieu authentisch getroffen wird oder ein Stoff stark recherchiert ist. Wenn Sie bereits veröffentlicht haben, nennen Sie Titel, Verlag und grobe Leistungsdaten.
Schließlich hilft uns Transparenz zum Status des Projekts. Ist das Manuskript abgeschlossen oder in Arbeit? Gibt es bereits Lektoratsrunden? Wurden Teile bereits veröffentlicht? Liegt das Projekt parallel anderen Verlagen vor? Haben Sie Agenturvertretung?
Wenn Sie ein Expose für Ihr Buch bei unserem Verlag einreichen, denken Sie bitte an das Gesamtpaket. Unser Ziel ist dabei immer dasselbe: Manuskripte nicht im Ungefähren zu bewerten, sondern fair, fundiert und im Kontext unserer gesamten Arbeit.
