top of page
  • Instagram
  • TikTok
  • LinkedIn

Elvis lebt – und das Varieté-Theater Stuttgart auch

  • 2. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Elvis lebt. Jedenfalls ist er aufgestanden in Person von Nils Strassburg.

Im ausverkauften Friedrichsbau Varieté in Stuttgart stellte der Musiker, Entertainer und Autor seinen autobiografischen Roman „Living Elvis“ vor. An seiner Seite: die aus dem VOX-Format „Zwischen Tüll und Tränen“ bekannte Meike Buschening-Kaffenberger, die inzwischen auch mit ihrem Gesprächsformat „Mensch, Meike!“ bei Radio Frankfurt zu hören ist. Gemeinsam führten sie durch einen Abend, der weit mehr war als eine klassische Buchpremiere. Es war Lesung, Konzert, Gespräch, Rock-’n’-Roll-Show und sehr persönliche Lebensgeschichte zugleich.


Vor rund 250 Gästen sang Nils Strassburg mit seiner Band bekannte und weniger bekannte Songs des King of Rock ’n’ Roll. Dazwischen erzählte er von seinem eigenen Weg: von der frühen Faszination für Elvis Presley, von der Sehnsucht nach Bühne, Stil und großer Geste, aber auch von den Momenten, in denen eine Leidenschaft einsam machen kann. Denn wer schon als Kind für etwas brennt, das andere nicht verstehen, weiß, wie sich Außenseitertum anfühlt.


Gerade darin lag die besondere Kraft des Abends. Strassburg macht Elvis nicht nach. Er eignet sich die Musik, den Habitus und das Lebensgefühl des Rock ’n’ Roll auf seine ganz eigene Weise an. Interpretation bedeutet bei ihm nicht Kopie, sondern Verwandlung. Er ist Fan, Musiker, Erzähler und Figur seiner eigenen Geschichte zugleich. Vielleicht ist genau das der Grund, warum seine Auftritte so unmittelbar wirken: Man sieht keinen Mann, der Elvis spielt. Man sieht einen Künstler, der durch Elvis zu sich selbst gefunden hat.


Auch das Publikum trug diesen Geist mit. Viele Gäste waren im Rockabilly-Stil gekommen, mit Petticoats, Lederjacken, Tollen und sichtbarer Freude daran, Flagge zu zeigen für ein Lebensgefühl, das bis heute nicht verblasst ist. Rock ’n’ Roll war an diesem Abend keine Nostalgie, sondern Gegenwart.


Besonders laut wurde es, als Strassburg aus seinem Buch jene herrlich skurrile Szene erzählte, in der eine etwas unheimlich anmutende Näherin im Unterhaus im Keller ihn mit leicht erotischen Avancen vermaß, um ihm seinen ersten Elvis-Anzug anzupassen. Das Publikum tobte. Genau in solchen Momenten zeigt sich, was „Living Elvis“ ausmacht: Es ist ein Buch über Leidenschaft, aber auch über Komik, Überforderung und die Absurditäten eines Lebens, das sich irgendwann nicht mehr sauber zwischen Bühne und Alltag trennen lässt.


Ein Höhepunkt des Abends waren die Gespräche mit Meike Buschening-Kaffenberger. Mit Leichtigkeit, Humor und großer Zugewandtheit ging sie gemeinsam mit Nils Strassburg der Frage nach, was Elvis heute noch bedeuten kann. Warum berührt diese Musik weiterhin Menschen? Was macht eine Ikone unsterblich? Und wie lebt es sich mit einer Leidenschaft, die nicht einfach Hobby ist, sondern Identität?

Nach dem Programm war der Abend noch lange nicht vorbei. Anderthalb Stunden lang signierte Nils Strassburg Bücher, führte persönliche Gespräche und nahm sich Zeit für Begegnungen. Viele Besucherinnen und Besucher blieben, als wollten sie diesen Moment nicht zu schnell enden lassen.


Am Ende stand der Eindruck eines Abends, der nach mehr verlangt. Nach mehr Musik, mehr Geschichten, mehr Begegnungen. Die nächsten Lesetermine von Nils Strassburg werden in Kürze bekanntgegeben. Fest steht schon jetzt: Wenn Nils Strassburg von Elvis erzählt, geht es nie nur um Elvis. Es geht um die Frage, was passiert, wenn ein Mensch seiner Leidenschaft wirklich folgt. Und darum, wie viel Rock ’n’ Roll in einem Leben Platz haben darf.


Nils Strassburg im Gespräch mit Meike Buschening-Kaffenberger


Sam Budja (links) von den Baseballs ist auch zu Gast.


Ein Autogramm für Minister a.D. Winfried Hermann (rechts).

 
 
bottom of page