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100 Jahre Freilichtspiele – das sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu

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2025 feiert Schwäbisch Hall ein großes Jubiläumsjahr: Im Zentrum steht der 100-jährige Geburtstag der Freilichtspiele Schwäbisch Hall. Ansonsten heißt es noch Gratulation an: das Internationale Jugendtheaterfestival, Gerhards Marionettentheater, den Große Siedershof, das Goethe-Institut Schwäbisch Hall, die Städtepartnerschaft mit Lappeenranta, das Radio StHörfunk und die Ratsbibliothek der Stadt.

Die Freilichtspiele haben sich auf der Kulturlandkarte Deutschlands einen festen Platz erspielt. Wir von Molino veröffentlichen zum Anlass einen Bildband mit Geschichten von und über die Freilichtspiele: ein Theater durch wechselvolle Zeiten und unterschiedliche Ansprüche. Heute stehen die Freilichtspiele mit dem neuen Globetheater und aufwendigen Produktionen auf der Großen Treppe für Spitzenniveau, das zur Region der Weltmarktführer passt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt dies in seinem Beitrag zum Jubiläum.


Hier ein Auszug:

"Wenn eine kulturelle Institution, wenn eine Bühne hundert Jahre alt wird, dann muss sie sich tatsächlich bewährt haben.

In hundert Jahren wechseln mehrfach Publikumsgenerationen, Intendanzen, Schauspieler, es wechselt naturgemäß der Geschmack, das Interesse, es wechseln die historischen, ökonomischen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen, kurzum:

Die Welt hat sich mehrfach verändert – und in all diesem Wechsel gibt es in Schwäbisch Hall nach wie vor die Freilichtspiele. Nach wie vor stark, ja eher noch stärker als zu manchen früheren Zeiten, ist das Publikumsinteresse, wie ich höre. Das heißt: Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall bieten nach wie vor Theater, das die Menschen unterhält und nachdenklich macht, das sie berührt und das sie begeistert, das zeitgemäß ist und doch auch immer wieder alte Stoff e aufgreift und in die Gegenwart sprechen lässt.

Die Geschichte der Festspiele, auf die ihre Veranstalter in diesem Jahr einen besonderen Fokus legen, ist also eine Erfolgsgeschichte. Wie aber die ganze deutsche Geschichte

der letzten hundert Jahre unauslöschlich von der Zeit des Nationalsozialismus gezeichnet ist, so stellen sich auch die Freilichtspiele ihrer Erscheinung und ihrem Wirken in dieser Epoche. Dass sie das zu ihrem Jubiläum ungeschönt und kritisch

tun, ist auch ein Dienst an der historischen Aufarbeitung gerade der populären Kultur im Nationalsozialismus. Jede Art von Kultur prägt auf ihre Weise

die Haltung, die moralischen Einstellungen, die Ideen und, ja: auch die Gewissen

derer, die an ihr und durch sie einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit erleben.

Ich freue mich, dass sich die Freilichtspiele Schwäbisch Hall auch als Ort der

politisch-kulturellen Selbstverständigung verstehen – und dass sie da so viele,

gerade auch junge Menschen aktiv einbeziehen."

 
 
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