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„Helene oder 13 Männer später“ – Gabriele Günther im Interview zu ihrem Roman

  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Gabriele Günther hat ein ungewöhnliches Frauenleben voller Leidenschaft, Träumen, vor allem aber Brüchen entworfen. Er reicht von der Kindheit bis ins hohe Alter. Wir haben sie nach Weiblichkeit und Selbstbestimmung gefragt.


Frau Günther, Ihre Heldin Helene blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Ist sie Spiegel ihrer Zeit oder ihrer eigenen Sehnsucht?

Helene ist wie wir alle: geprägt von ihrer Zeit, doch geleitet von ihrer Sehnsucht. Sie liebt mit allem, was sie hat, und stolpert dabei über Brüche, Verluste, Begegnungen. Und gerade in diesen Momenten zeigt sich ihre Freiheit – die Freiheit, immer wieder zu wählen, zu fühlen, zu träumen. Für mich ist sie ein Bild davon, was Weiblichkeit wirklich bedeutet: nicht Vollkommenheit, sondern Mut zum Leben.


Der Roman beginnt mit dem Tod. Warum?

Der Tod am Anfang ist nicht nur ein Ende, sondern ein Rahmen für alles, was gelebt wurde. Er erlaubt einen Blick zurück auf Helenes Leben – ihre Liebe, ihre Sehnsucht, ihre Brüche – und macht jede Erinnerung, jede Leidenschaft kostbar. So wird der Tod nicht nur als Verlust erlebt, sondern als Tor zur Erzählung dessen, was wirklich zählt: das Leben in seiner ganzen Intensität.


Wie sind sie auf die Idee gekommen, dass es hier um die Männer im Leben der Helene geht? Zufall, Struktur oder Bekenntnis?

Die Männer im Leben der Helene waren von Anfang an Teil ihrer Geschichte – nicht zufällig, sondern weil sie ein Spiegel ihrer Sehnsüchte, Ängste und Träume sind. Sie helfen, ihre innere Entwicklung sichtbar zu machen. Es ist also weder reiner Zufall noch ein bloßes Bekenntnis, sondern eine bewusste Struktur: Jeder Mann, jede Begegnung, zeigt einen Aspekt von Helenes Leben, ihrer Leidenschaft und ihrer Suche nach Selbstbestimmung.


Ihr Stil changiert zwischen Realismus und Poesie. Wo endet Wahrheit, wo beginnt Traum für Sie?

Für mich verschmelzen Wahrheit und Traum zu einem fließenden Ganzen. Ich erzähle, was Helene erlebt – ihre Begegnungen, ihre Liebe, ihre Brüche – so realistisch wie möglich. Gleichzeitig gebe ich Raum für das Innenleben, für Sehnsucht, Gefühle und Momente, die sich nicht in nüchterne Fakten fassen lassen. Dort, wo die Wirklichkeit allein nicht mehr ausreicht, beginnt der Traum, und gerade dieser Raum macht das Leben, das Erzählen und Helene lebendig.


Helene begegnet vielen Männern, aber die wichtigste Beziehung scheint sie zu sich selbst zu führen. War das beabsichtigt?

Ja, das war bewusst so angelegt. Helene begegnet vielen Männern, und jede Begegnung spiegelt einen Aspekt ihres Lebens, ihrer Sehnsucht oder ihrer inneren Konflikte wider. Doch die wichtigste Beziehung ist tatsächlich die zu sich selbst. Ihr Ringen um Selbstbestimmung, ihr Mut, zu fühlen, zu lieben und gleichzeitig ihren Weg zu finden – das ist der Kern der Geschichte. Die Männer illustrieren nur, was Helene in ihrem Inneren erfährt und lernt.


Was glauben Sie? Verändert sich Liebe, wenn man sie literarisch seziert?

Liebe verändert sich nicht, nur weil man sie literarisch betrachtet. Aber unser Blick auf sie wird bewusster: Man erkennt ihre Facetten, ihre Widersprüche, ihre Intensität – und spürt zugleich, wie verletzlich und kostbar sie ist. Das Reflektieren über Liebe vertieft das Erleben, ohne es je ganz zu fassen.


Drei Schnellfragen – bitte in einem Wort:

Herz oder Kopf? Herz

Leidenschaft oder Verlässlichkeit? Leidenschaft

Ist Liebe ewig oder spontan? Spontan

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