Herzklima. Wie Umwelt und Klima unser Herz beeinflussen. Das neue Buch von Thomas Münzel und Frank Elstner
- Tobias Prasser

- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Wir sprechen über Herzgesundheit oft so, als würde sie nur in uns stattfinden. Blutdruck, Blutfette, Bewegung, Ernährung, Gene. All das spielt eine Rolle. Aber unser Herz lebt nicht im Vakuum. Es schlägt in einer Welt, die lauter wird, heißer wird und an vielen Orten stärker belastet ist als früher. Genau an diesem Punkt setzt unser neues Buch Herzklima von Prof. Dr. Thomas Münzel und Frank Elstner an.
Worum es in Herzklima geht
Herzklima erzählt, warum Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung, Verkehrslärm, Hitze, Schlafstörungen durch nächtliches Kunstlicht und bestimmte chemische Belastungen für das Herz nicht nur unangenehme Begleiterscheinungen sind, sondern messbare Risiken. Wer sich fragt, weshalb die eigene Belastbarkeit abnimmt, warum der Schlaf leichter kippt oder weshalb sich Kreislaufprobleme an heißen Tagen häufen, findet hier einen verständlichen Zugang zu den medizinischen Zusammenhängen und vor allem zu dem, was im Alltag wirklich hilft.
Die wissenschaftliche Grundlage
Ein wichtiger Ausgangspunkt für das Buch ist ein gemeinsames wissenschaftliches Statement führender Herz Fachgesellschaften, nämlich der European Society of Cardiology, des American College of Cardiology, der American Heart Association und der World Heart Federation. In diesem Positionspapier zu Umweltstressoren und Herz Kreislauf Gesundheit wird zusammengetragen, was die Forschung inzwischen sehr deutlich zeigt. Umweltbelastungen sind nicht nur ein Thema der Ökologie, sondern ein relevanter Teil von Prävention und öffentlicher Gesundheit, weil sie das Herz Kreislauf Risiko in der Bevölkerung erhöhen können und weil viele dieser Belastungen grundsätzlich vermeidbar sind.
Zwei Stimmen, ein gemeinsames Ziel
Herzklima macht daraus keinen abstrakten Debattenbeitrag, sondern ein Buch, das man gern liest und das im Kopf bleibt. Prof. Münzel bringt die medizinische Perspektive auf den Punkt. Frank Elstner stellt die Fragen, die viele sich stellen, ohne sich je getraut zu haben, sie so direkt zu formulieren. Was bedeutet das konkret für mich? Was kann ich verändern, ohne mein Leben umzubauen. Wie erkenne ich mein persönliches Risiko? Und welche Maßnahmen sind nicht nur individuell, sondern gesellschaftlich wirksam, damit Herzschutz nicht vom Wohnort oder vom Geldbeutel abhängt.
Vom persönlichen Schutz zur gesellschaftlichen Lösung
Im Zentrum steht ein einfacher Gedanke. Prävention beginnt im Körper, aber sie endet nicht dort. Wer Herzgesundheit ernst nimmt, muss auch die Bedingungen ernst nehmen, unter denen Menschen leben, schlafen, arbeiten und sich bewegen. Deshalb verbindet Herzklima persönliche Schutzstrategien mit einem Blick auf Lösungen, die ganze Gesellschaften gesünder machen können, etwa durch weniger Lärm, sauberere Luft und bessere Hitzeschutz-Konzepte.


